Das Orakel von Delphi: Prophezeiungen der Pythia

Das Orakel von Delphi - was hat es damit auf sich?

Das Orakel von Delphi - was hat es damit auf sich?

Die Geschichte des Orakels von Delphi ist alt, sie beginnt bereits im Jahr 800 vor Christus. Der Tempel in Delphi war damals eine wichtige Pilgerstätte in Griechenland, und die wichtigste Kultstätte der hellenistischen Welt. Der Erzählung nach haben sich in Delphi zwei Adler getroffen, die Zeus von je einem Ende der Welt hat fliegen lassen. Damit wurde Delphi zum Mittelpunkt der Welt.

Ursprünglich wurde in dem Tempel nicht Apollon, sondern die Erdgöttin Gaia verehrt. Wann genau der Ort durch Apollon übernommen wurde, ist nicht geklärt, jedoch kann bereits bei Homer von einem Apollonkult in Delphi gelesen werden. Die Zeit der Gaia hat jedoch die Rituale in Delphi nachhaltig beeinflusst. Während der Huldigungszeit spricht Apollon nicht durch einen Priester, sondern durch die Pythia. Diese saß über einer Erdspalte im Boden, durch die sie Erdgase aufnahm, die sie in Trance versetzten. Geologische Untersuchungen ließen zunächst Zweifel daran, dass wirklich Gase aus der Erdspalte strömten, und es wurde davon ausgegangen, dass nur die Vorstellung von Gasen ausgereicht hat, um die Spiritualität zu begründen. Neuere geologische Erkenntnisse beweisen jedoch, dass tatsächlich das Gas Ethylen ausströmt und durchaus einen Trancezustand erzeugen kann.

Am Eingang des Tempels befanden sich zwei Inschriften, über eine dritte wird gemutmaßt. Das Wissen über diese stammt aus schriftlichen Überlieferungen, nicht aus archäologischen Funden. Die erste apollonische Weisheit lautet ‘Erkenne dich selbst’. Damit wurden die Menschen aufgefordert, sich mit der eigenen inneren Persönlichkeit auseinanderzusetzen, um individuelle Fragen und Probleme klären zu können. Die zweite Inschrift ‘Nichts im Übermaß’ mahnt zur Bescheidenheit. Eine dritte Weisheit, über deren Existenz noch gerätselt wird, lautet: ‘Du bist’.

Die Zeremonie der Weissagung durch die Pythia war kompliziert. Erst musste durch aufwendige Rituale der richtige Zeitpunkt bestimmt werden, dann wurde Pythia von innen und außen gereinigt, um sich anschließend in Trance zu begeben. Die Voraussehungen waren allerdings sehr vage und auch nur den reicheren Menschen vorenthalten. Die ärmeren konnten lediglich eine Frage stellen, die von Pythia mit einem Ja oder einem Nein beantwortet wurde.

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